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Glossar

  Aberration  

Die aufgrund der endlichen Lichtgeschwindigkeit auftretende Verschiebung des scheinbaren Ortes eines Sterns oder Planeten gegenüber dem geometrischen Ort.

Ein Beobachter ist relativ zur Sonne immer in Bewegung, demzufolge nimmt er eine andere Einfallsrichtung des Lichtes war, als wenn er ruhen würde. Das hat zur Folge, dass die reale Position eines Planeten oder Sterns gegenüber der beobachteten Position verschoben ist.

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  Aphel

Der sonnenfernste Punkt einer Planeten-, Asteroiden- oder Kometenbahn. Der sonnennächste Punkt nennt man Perihel.

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  Apogäum

Der Punkt der maximalen Erdferne auf der Umlaufbahn des Mondes. Die kleinste Erdferne des Mondes nennt man Perigäum.

Apogäum

  Äquator

Die Schnittlinie der Erdkudel mit einer Ebene durch den Erdmittelpunkt, welche senkrecht zur Rotationsachse steht und die Erde in eine Nord- und Südhalbkugel trennt. Entsprechend bezeichnet der Himmelsäquator einen Grosskreis der die nördliche und südliche Himmelshalbkugel voneinander trennt. Der Himmelsäquator ist die Bezugsebene für das Äquatoriale Koordinatensystem mit den Koordinaten Rektaszension und Deklination.

Die Äquatorebene ist um rund 23.4° gegenüber der Ekliptikebene geneigt.

  Äquatoriale Koordinaten

Der Ort eines Gestirns relativ zum Äquator. Der Ort wird durch die Koordinaten Rektaszension (RA) und Deklination (DEC) sowie das dazugehörige Äquinoktium festgelegt. Die Rektaszension wird vom Frühlingspunkt aus längs des Himmelsäquators nach Osten in Stunden, Minuten und Sekunden gezählt. Die Deklination ist der Winkel zwischen einem Gestirn und der Äquatorebene und wird vom Äquator aus nach Norden von 0° bis +90°, und nach Süden von 0° bis -90° gemessen.

Das Äquatoriale Koordinatensystem ist das Standardkoordinatensystem für die Positionsangaben von Gestirnen. [mehr dazu...] 

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  Äquinoktium  

Referenzzeitpunkt zur genauen Definition von Äquator, Ekliptik und Frühlingspunkt und zur Berücksichtigung der Präzession bei der Angabe astronomischer Koordinaten.

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  Astronomische Einheit (AE)

Die Astronomische Einheit ist gleich der mittleren Entfernung von der Erde zur Sonne. Sie entspricht 149,59787 Millionen Kilometer. Sie wird mit AE oder auch AU (Astronomical Unit) abgekürzt.

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  Aufsteigender Knoten

Der Bahnpunkt, in dem ein Himmelskörper die Ekliptikebene von Süden nach Norden durchquert.  [mehr dazu...] 

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  Azimut

Eine Koordinate im Horizontsystem. Das Azimut gibt den von Süden aus nach Westen positiv gezählten Winkel eines Gestirns an. Die zweite Koordinate im Horizontsystem ist die Höhe.  [mehr dazu...] 

  Deklination

Der rechtwinklig zum Himmelsäquator gemessene Winkel zwischen einem Gestirn und dem Himmelsäquator. Die Deklination und die Rektaszension bilden zusammen das Äquatoriale Koordinatensystem.  [mehr dazu...] 

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  Dynamische Zeit

Physikalisches Zeitmaß, welches durch Atomuhren realisiert werden kann. Die dynamische Zeit ist, wie die Ephermeridenzeit, eine gleichförmige Zeitzählung, die jedoch den Zusammenhang von Raum und Zeit in der Relativitätstheorie berücksichtigt. Während die Baryzentrische Zeit (TDB) die Zeit eines Beobachters im Schwerpunkt des Sonnensystems messen würde, gibt die Terrestrische Dynamische Zeit (TDT) die Zeit an, die eine Uhr im Erdmittelpunkt anzeigen würde. Beide Zeitdefinitionen unterscheiden sich untereinander und von der Ephermeridenzeit nur um Millisekunden.

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  Ekliptik

Der gedachte Grosskreis, der als Schnittlinie der Erdbahnebene mit der Himmelskugel entsteht. Von der Erde aus betrachtet wandert die Sonne im Laufe eines Jahres einmal durch die Ekliptik. Die Ekliptik dient als Bezugsebene für das Ekliptikale Koordinatensystem mit den Koordinaten ekliptikale Länge und ekliptikale Breite.  [mehr dazu...]

Ekliptik

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  Ekliptikale Koordinaten

Der Ort eines Gestirns relativ zur Ekliptik. Der Ort wird durch die Koordinaten Länge und Breite sowie das dazugehörige Äquinoktium festgelegt. Die ekliptikale Länge wird vvom Frühlingspunkt aus längs der Ekliptik nach Osten positiv gezählt. Die ekliptikale Breite ist der senkrecht zur Ekliptik gemessene Winkel zwischen einem Gestirn und der Ekliptik.   [mehr dazu...] 

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  Elongation

Der Winkel, unter dem ein Beobachter zwei Gestirne (Sonne, Mond, Planeten, Asteroiden oder Kometen) sieht. Meistens bezeichnet die Elongation den Winkel zwischen einem Planeten und der Sonne von 0 bis 180 Ost oder 0 bis 180 West.

  Ephemeride

Eine Tabelle, in der die Koordinaten (Rektaszension und Deklination) eines Planeten, Kometen oder Asteroiden für einen bestimmten Zeitraum angegeben wird.

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  Ephemeridenzeit

Eine gleichförmige ablaufende Zeitzählung, die zur Berechnung der Koordinaten eines Planeten, Kometen oder Asteroiden herangezogen wird. Die Ephermeridenzeit (ET) wurde eingeführt, um von den unregelmäßigen und nicht vorhersagbaren Schwankungen der Erdrotation, die die Grundlage für die Zählung der Weltzeit (UT, UTC) bildet, unabhängig zu sein. Die Differenz zwischen der Weltzeit und der Ephermeridenzeit beträgt gegenwärtig etwa eine Minute.

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  Frühlingspunkt

Der Schnittpunkt der Ekliptik mit dem Äquator, in dem die Sonne auf ihrer scheinbaren jährlichen Bahn den Äquator von Süden nach Norden überschreitet. Dies ist gegenwärtig um den 21.März jeden Jahres der Fall. Der genaue Zeitpunkt dieses Ereignisses definiert den Beginn des Frühlings. Der Frühlingspunkt bildet die Bezugsrichtung zur Zählung der ekliptikalen Länge (siehe Ekliptikale Koordinaten) und Rektaszension.  [mehr dazu...] 

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  Geographische Koordinaten

Zwei Größen (geographische Länge und geographische Breite), die einen Ort auf der Erdoberfläche eindeutig festlegen. Als Bezugsebene der geographischen Koordinaten dient der Erdäquator (siehe Äquator), während als Ausgangspunkt der geographischen Länge nach internationaler Übereinkunft der Meridian von Greenwich verwendet wird.

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  Geozentrische Koordinaten

Koordinaten, dessen Bezugspunkt die Erde ist.

Man unterscheidet zwischen geozentrisch ekliptikale Koordinaten und geozentrisch äquatoriale Koordinaten).

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  Heliographische Koordinaten

Zwei Koordinaten (geographische Länge und geographische Breite), die einen Ort auf der Sonnenoberfläche eindeutig festlegen.

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  Heliozentrische Koordinaten

Koordinaten, dessen Bezugspunkt die Sonne ist.

Verwendet werden heliozentrisch ekliptikale Koordinaten .

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  Höhe

Eine Koordinate im Horizontsystem. Der von einem Beobachter auf der Erdoberfläche gemessene Winkel zwischen einem Gestirn und dem Horizont. Die zweite Koordinate ist das Azimut.   [mehr dazu...] 

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  Horizontsystem

Ein Koordinatensystem, das sich auf den lokalen Horizont des Beobachters (geographische Koordinaten) bezieht und in dem das Azimut und die Höhe als Koordinaten verwendet werden. Das Horizontsystem findet bei der Berechnung von Aufgangs- und Untergangszeiten der Gestirne Verwendung.   [mehr dazu...] 

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  J2000

Standardepoche, auf die in der astronomischen Zeitzählung immer wieder Bezug genommen wird. Sie fällt mit dem Mittag des 1.Januars 2000 (Julianisches Datum = 2451545.0) zusammen. Der Buchstabe "J" kennzeichnet, dass es sich um eine julianische Standardepoche handelt. Aufeinanderfolgende julianische Standardepochen unterscheiden sich üblicherweise um volle julianische Jahrhunderte zu je 36525 Tagen (z.B. J1900 = JD 2415020.0).

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  Julianisches Datum

Das Julianische Datum (JD) ist die Anzahl der Tage, die seit dem 1.Januar 4713 v.Chr. 12 Uhr Weltzeit vergangen sind. Bis zum 4.Oktober 1582 n.Chr. galt der Julianische Kalender, demzufolge in denjenigen Jahren ein 29.Februar als Schalttag eingefügt wurde, deren astronomische Jahreszahl durch 4 teilbar war. Das astronomische Jahr -4712 entspricht dabei dem Jahr 4713 v.Chr., das astronomische Jahr 0 dem Jahr 1 v.Chr.; darauf folgen die Jahre nach Christie Geburt, die in der astronomischen und christlichen Zählung gleich lauten.

Am Mittag des 4.Oktobers 1582 waren also 2.299.160,0 Julianische Tage vergangen. Die gregorianische Kalenderreform ließ auf diesen Tag sofort den 15.Oktober 1582 folgen, dessen Beginn somit auf das Julianische Datum 2.299.160,5 fiel. Seit diesem Zeitpunkt gilt die bekannte Schaltjahresregel:

Schaltjahr ist jedes Jahr, dessen Jahreszahl

- durch 4, aber nicht durch 100 teilbar ist

- oder durch 400 teilbar ist


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  Keplerproblem

Siehe unter Zweikörperproblem.

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  Konjunktion

Wenn zwei oder mehrere Himmelskörper (z.B.: Planeten) ziemlich nahe beieinander stehen - die Elongation also relativ klein ist.

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  Kulmination

Der Zeitpunkt, an dem ein Gestirn seine größte oder kleinste Höhe über dem Horizont hat. Dieser Moment tritt ein, wenn das Gestirn den Süd- oder Nord-Meridian passiert.

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Librationspunkt (auch Lagrange-Punkt)

  Der Ort im Weltraum, an der sich die Gravitation, durch den Einfluss mehrer Himmelskörper, aufhebt.

  • Der Librationspunkt 1 (L1) befindet sich 1,5 Mio Kilometer von der Erde entfernt in Richtung Sonne. Dort heben sich die beiden Gravitationskräfte von Sonne und Erde auf.
  • Der Librationspunkt 2 (L2) befindet sich 1,5 Mio Kilometer von der Erde entfernt in Gegenrichtung der Sonne.

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  Lichtgeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit des Lichtes (abgekürzt c).

c = 299 792 458 m/s

   = 1 079 252 848,8 km/h


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  Lichtjahr

Die Entfernung, die das Licht in einem Jahr zurücklegt.

= 9 452 362 795 488 km

= 9,45 Billionen Kilometer


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  Lichtlaufzeit

Die Zeit, die das Licht braucht, um von einem beobachteten Planeten zur Erde zu gelangen (499 Sekunden pro Astronomische Einheit). Der beobachete Ort des Planeten stimmt nicht mit dem tatsächlichen Ort zur Beobachtungszeit überein.

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  Mehrkörperproblem

Das Problem, mehr als zwei Körper unter dem Einfluss ihrer gegenseitige Anziehungskraft zu berechnen.

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  Meridian

Jener Grosskreis an der Himmelskugel, welcher durch den Zenit läuft und den Horizont im Süden und Norden schneidet.

  Nullmeridian

Jener Längengrad im Planetografischen Koordinatensystem, der als Referenzmeridian definiert wurde.

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  Opposition

Ein äußerer Planet, der von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber steht.

  Ortszeit

Im Gegensatz zur Zonenzeit, welche nach Zonen von jeweils 15° geografischer Länge (= 1h) eingeteilt ist, und der bürgerlichen Zeit entspricht, ist die Ortszeit von der geografischen Länge des Beobachtungsortes abhängig. Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) entspricht der Ortszeit für 15° östlicher Länge.

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  Parallaxe

Durch die Veränderung des Beobachtungsortes verändert sich die Position eines Gestirns vor dem Hintergrund der Fixsterne. Bei naheliegenden Gestirnen ist die Parallaxe am größten.
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  Perigäum

Derjenige Punkt auf der Mondbahn, welcher der Erde am nächsten ist. Siehe auch unter Apogäum.

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  Perihel

Drejenige Punkt auf einer Planeten-, Asteroiden- oder Kometenbahn, welcher der Sonne am nächsten ist. Siehe auch unter Aphel.

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  Phase

Die Phase ist das Verhältnis zwischen der beleuchteten und der gesamten Fläche der Planetenscheibe.

Phase = 1/2 x (1 + cos(Phasenwinkel))


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  Phasenwinkel

Der Winkel, unter dem Sonne und Erde von einem Planeten aus erscheinen. Ist dabei auch ein Maß für die Beleuchtung der Planetenscheibe. Er wird von 0° (vollkommen beleuchtet) bis 180° (vollkommen dunkel) gemessen.

  Präzession

Die langfristige Verlagerung der Erdrotationsachse. Durch die Kräfte von Sonne und Mond wandert die Rotationsachse der Erde mit einer Periode von 26 000 Jahren auf einem Kegelmantel um den mittleren Pol der Ekliptik.
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  Refraktion

Die Brechung von Lichtstrahlen in der Erdatmosphäre. Vor allem in Horizontnähe muss der Lichtstrahl eines Gestirns einen besonders langen Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Einem Beobachter erscheint dieses Gestirn höher über dem Horizont, als ohne den Einfluß der Refraktion.

  Rektaszension

Vom Frühlingspunkt aus längs des Äquators nach Osten positiv gezählter Winkel, welcher in Stunden angegeben wird. Die Rektaszension und die Deklination bilden zusammen das Äquatoriale Koordinatensystem.   [mehr dazu...] 

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  Sternzeit

Die Rektaszension der Sterne, welche für einen Beobachter gerade im Süd-Meridian stehen. Die Sternzeit ist somit abhängig vom jeweiligen Beobachtungsort.

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  Stundenwinkel

Der Stundenwinkel ist ein Maß für die Zeit, die seit der letzten Kulmination eines Himmelskörpers vergangen ist. Der Stundenwinkel kann aus der Differenz der Sternzeit eines Beobachters und der Rektaszension eines Himmelskörpers berechnet werden.

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  Universal Time (UT / UTC)

Englische Bezeichnung für die Weltzeit.

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  Weltzeit

Abgeleitete Zeitzählung aus der Erddrehung, welche die Grundlage der bürgerlichen Zeitrechnung bildet. Die Weltzeit kann aus der Beobachtung des Meridian-Durchgangs von Gestirnen bekannter Rektaszension ermittelt werden. Die Weltzeit entspricht außerdem der mittleren Zeit (und Ortszeit) für den Nullmeridian von Greenwich. Die englische Bezeichnung für die Weltzeit ist Universal Time (UT oder UTC).

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  Zenit

Jener gedachter Punkt, welcher sich senkrecht über einem Beobachter befindet. Die Höhe des Zenits beträgt also 90°.

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  Zweikörperproblem

Die Berechnung der Bewegung zweier Körper unter dem Einfluß ihrer gegenseitigen Anziehungskräfte. Das Zweikörperproblem ist die vereinfachte Weise einer Bewegung eines Planeten, Asteroiden oder Kometen um die Sonne ohne die störenden Einflüsse anderer Himmelskörper.

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copyright 2010 by Andreas Weber